Adox CHM 125 Pro im Scala Prozess

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Moin,

nachdem ich kürzlich den Adox CHS 50 im Scala Prozess gestestet habe, war diese Woche sein aus England stammender Bruder, der mit dem Ilford FP4+ identische Adox CHM 125 Pro an der Reihe. Im Unterschied zum Efke/Adox gilt die Emulsion des Ilford/Adox als ausgesprochen robust. Ablösungen o.ä. Beschädigungen durch die chemische Tortur des bei fast 40° C in einer Durchlaufmaschine gefahrenen Scala Prozesses waren daher kaum zu befürchten und traten, um das vorwegzunehmen, auch nicht auf.

Dennoch stellte sich die Frage, ob der FP4+/Adox CHM 125 Pro überhaupt brauchbare Ergebnisse im Scala Prozess bringen würde. Schließlich wurde in diversen Internetforen kolportiert, er liefere nur sehr zarte und weiche, schlecht durchgezeichnete Dias ab. Das stimmt tatsächlich bei seiner Nennempfindlichkeit von 125 ASA. Die Dias sind weich, flau und schlecht durchgezeichnet, weil deutlich überbelichtet. Mein in einer Belichtungsreihe von 50 bis 400 ASA belichteter Ilford/Adox brachte im Scala Prozess die besten Ergebnisse bei 330 ASA: Gute Zeichnung in Lichtern und Schatten, harmonische Grauwerte in den Hauttönen, insgesamt solide Zwischentöne und im Gesamtbild sehr vergleichbar einem im Scala Prozess gecrossten Agfa APX 100, der auf 200 ASA belichtet wurde.

Ähnlich dem APX 100 ist auch der Träger des Ilford/Adox: Leicht grau eingefärbt, aber durchaus Dia-tauglich.

Gruss

Jän

PS: Eine leichte Rosatönung, wie von Roman J. Rohleder befürchtet, konnte übrigens nicht festgestellt werden.
Quote:ähnlich dem APX 100 ist auch der Träger des Ilford/Adox: Leicht grau eingefärbt, aber durchaus Dia-tauglich.

Das ist leider nicht zu verhindern, da Ilford auch den FP4+ nur noch auf PE-Träger gießt.
Ich hab zwar noch nie ein SW-Dia entwickelt, also weder Scala noch sonstwas.

Aber den Grundschleier könnte man vielleicht senken, indem man:

a) keine Hüter verwendet.

b) Dem Entwickler Kaliumbromid hinzufügt (2 Gramm/Liter)

Meist ist es doch das Trägermaterial.
(This post was last modified: 23-01-2006, 07:18 PM by Stagirit.)
Joern,

ich sprach damals nicht von "rosa", sondern von "blau-violett", das war bis zum Stand ca. 2002-2003 (da hab ich FP4+ als Meterware eingelagert, von der ich noch drei, vier Jahre zehren dürfte) die Trägerfärbung bei Ilford-KB.

"Rosa" ist bei Filmen eine gaaaaaanz andere Baustelle. ,-)

APX100 war seit dem "Remake" um 2002 in KB wie in 120 deutlich klarer als alles, was Ilford in den letzten Jahren für die "klassischen Emulsionen" benutzte. Hast Du vielleicht einen hochgradig verschleierten APX im Keller, also einen überlagerten mit daraus folgend hohem Grundschleier?

"Stagirit",

meinst Du Polyester oder Triacetat - PE findet bei Film keine Anwendung? Meine aktuellen HP5er sind durchweg auf Triacetat gegossen, seien es KBler oder 120er, Adoxe oder Oecht-Ilford.

Roman
Die alten FP4 waren auch alle auf Acetat gegossen. Zwischendurch hatte ich mal ein paar HP5 KB auf Polyester. Und die erste Charge von den 3200 Delta war auch auf Polyester.

So oder so, bei den aktuellen Filmen ist es definitiv ein anderer Träger, als bei denen, die ich in meinem Archiv habe (ca. 8 Jahre alte FP4).

Ich hab aber auch seit Jahren nicht mehr mit Ilford gearbeitet und hab mir jetzt erst für meinen Urlaub eine Ladung Rollfilme (FP4 und SFX) gekauft, eben weil sie laut Ilford auf Acetat gegossen wurden.
Roman,

der Kleinbild Ilford FP4+ in seiner Adox CHM 125-Verpackung war aus 2005. Beim Agfa APX 100 beziehe ich mich auf die letzte Kleinbildversion. Ich verwende diesen Film erst seit Ende 2003 regelmäßig.

Wenn ich die Träger meiner gecrossten 100er APXe mit denen des umgekehrten Ilford FP4+ vergleiche, kann ich letztlich keinen Unterschied in der Einfäbung feststellen. Beide Filme sind aufgrund dieser Einfäbung nicht erste Wahl zum Crossen, der Ilford ist aber zumindest dann interessant, wenn man einen "schnellen" Film für Street Photography o.ä. Anwendungen sucht.

Ansonsten würde ich immer erst zu einem Film mit völlig klarem Träger greifen. Nur davon scheint es immer weniger brauchbare zu geben, nachdem jetzt auch die Kleinbild Efkes grau eingefärbt sind - zumindest dann, wenn sie im Adox CHS-Kleid kommen. Der Maco PO100c ist wohl auch ein Auslaufmodell, der 100er Lucky überstrahlt mir zu extrem. Tja, was gibt's da noch an klaren KB-Filmen? Okay, den Rollei R3. Aber der ist ja noch teurer als der alte Agfa Scala 200X. Für Streetphotography in Anbetracht des dabei anfallenden hohen Anteils an Ausschuss ist er mir jedenfalls auf Dauer zu kostspielig bei meinem Filmverbrauch.

Gruss

Joern,

was spricht denn deinerseits gegen den Fomapan R100? Der ist für den Job gemacht, er funktioniert, er ist preiswert, konstant lieferbar.
Roman,

eigentlich wenig. Falls Fotoimpex den Fomapan 100R inzwischen wieder als 36er Kleinbildfilm konfektioniert liefern kann, werde ich wohl ihm landen. Ich habe ihn früher mal probiert und fand ihn schön, aber der Agfa Scala 200X war halt schneller und ließ sich problemlos puschen. Außerdem war der Scala irgendwie kalttoniger, was mir persönlich besser gefällt.

Scala gibt's nur noch als überteuerte Restposten, die Bestände an Scalachemie sind auch bald verbraucht (Dormoolen wird schon wieder klamm) und so wie es aussieht kommt auch keine mehr nach. Ich werde mich also bald mit anderen Filmen anfreunden müssen (weshalb ich z.Zt. etwas rumteste) und damit, sie selber zu schütteln. By the Way: Wie würdest Du den Foma bei Entwicklung mit dem Fomakit in der Dose bewegen (ich hab' keinen Jobo-Prozessor)?

Gruss

Joern,

>eigentlich wenig. Falls Fotoimpex den Fomapan 100R inzwischen wieder >als 36er Kleinbildfilm konfektioniert liefern kann,

Weiss nicht. Das meterware-Angebot war eigentlich schon sehr interessant.

>werde ich wohl ihm landen. Ich habe ihn früher mal probiert und fand >ihn schön, aber der Agfa Scala 200X war halt schneller

Im Scala-Prozess, ja. Da wird der Foma vielleicht auch Gas gegeben haben.

>Außerdem war der Scala irgendwie kalttoniger, was mir persönlich >besser gefällt.

Darauf kannst Du evtl. Einfluss mit dem zweitentwickler nehmen.

>By the Way: Wie würdest Du den Foma bei Entwicklung mit dem >Fomakit in der Dose bewegen (ich hab' keinen Jobo-Prozessor)?

Ein Prozessor ist billig. Oder ein Comot. Oder ein Ciba-Rollenbock. Die Temperierung ist da weniger das Thema.

Ansonsten... Eine Freundin rollt die Dose 12min händisch in der Schale, der TT 3s-Kipprhythmus wird dich auch zum Ergebnis bringen. oder ein Aufschlag von pauschal 30% für den Anfang für 3x/min Kippen und dann die Dias anhand der Projektion evaluieren.

>Gruss

>Jörn

Roman
Den Fomapan und den Agfa Scala (125 ASA) entwickele ich im Fomakit per Kippentwicklung wie folgt:

-Zeiten wie angegeben

-den Erstentwickler die 1. Minute ständig kippen, die restlichen 11 Minuten Erstentwicklungszeit alle 10 Sekunden, also 6x pro Minute.

-Bei den anderen Bögen gehe ich genauso vor, 1. Minute ständig kippen.

-Am Schluss Tetanal Mirasol in dest. Wasser

-Trocknen

-FERTIG!



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